Wassereinbruch an Bord
– Die Suche nach der Ursache –

Nachdem das Boot wieder im Wasser lag, stellte ich fest,
dass sich im Steuerbord-Stauraum Wasser gesammelt hatte.
Natürlich stellte sich sofort die Frage:
Woher kommt das Wasser?

Um die undichte Stelle zu finden,
entschied ich mich für eine etwas ungewöhnliche Methode,
die Suche mit Prüfrauch.

Sicherheitshalber informierte ich vorher die Wasserschutzpolizei,
die Feuerwehr sowie den zuständigen Polizeiabschnitt darüber,
dass Rauch aus meinem Boot aufsteigen würde und keine Gefahr besteht.

Anschließend zündete ich die Rauchbomben im Stauraum.
Das Ergebnis:
Soweit sichtbar, schien alles dicht zu sein.
Doch das Wasser musste schließlich irgendwoher kommen.

Meine nächste Vermutung war, dass sich Wasser in der Bilge der Kajüte
gesammelt hatte und von dort in den Stauraum gedrückt wurde.
Da der Boden mit verklebtem Kork ausgelegt war, gab es keine sichtbare Öffnung zur Bilge.
Also bohrte ich kurzerhand ein 10-mm-Loch in den Boden, um nachzusehen.
Kaum war das Loch gebohrt, schoss bereits eine große Menge Wasser heraus
meine Vermutung hatte sich bestätigt.

Mit einer Pumpe versuchte ich zunächst, das Wasser abzusaugen.
Das funktionierte allerdings nur mäßig, da die Bilge ausgeschäumt war.
Deshalb schnitt ich mit einer Stichsäge eine größere Öffnung in den Boden.
Glücklicherweise hatte ich von einem Vereinskameraden
bereits eine passende Revisionsklappe bekommen.

Nachdem die Öffnung vorbereitet war, entfernte ich das Styropor
und begann erneut damit, das Wasser aus der Bilge zu pumpen.
Gleichzeitig beobachtete ich aufmerksam, ob weiteres Wasser nachlief
und vor allem, woher es kam.
Die Hoffnung war natürlich, dass der Rumpf dicht ist.

Das abgepumpte Wasser leitete ich zunächst in das Spülbecken der Pantry.
Allerdings wurden dabei viele Styroporkrümel mit angesaugt,
wodurch der Abfluss schnell verstopfte.

Also räumte ich den gesamten Bereich unter der Spüle leer,
um an den Abwasserschlauch zu gelangen.
Dabei entdeckte ich direkt das nächste Problem:
Im Spülbecken befand sich ein Loch, aus dem Wasser austrat.
Vermutlich entstand der Schaden dadurch,
dass beim Bohren und Sägen Werkzeug und Material
immer wieder in die Spüle gelegt wurden.

Die nächste Baustelle war also gefunden.

Ich baute den Abwasserschlauch aus,
da auch dieser voller Styroporkrümel war.
Der Schlauch führte in ein fest montiertes Metallrohr,
das am Bootsrumpf befestigt war.
Als ich den Schlauch vom Rohr lösen wollte,
entdeckte ich schließlich die vermutlich
eigentliche Ursache des Problems:
Ein großes, stark verrostetes Loch im Metallrohr.
Dadurch lief das Abwasser aus der Spüle offenbar nicht nach außen ab,
sondern direkt in den Innenraum des Bootes
und schließlich in die Bilge.

Das defekte Rohr wurde daraufhin gekürzt
und durch einen neuen Abwasserschlauch ersetzt.
Das Loch im Spülbecken habe ich zunächst
provisorisch mit Metallkleber abgedichtet.

Nun wird sich zeigen,
ob das beschädigte Rohr tatsächlich die Ursache für das Wasser im Boot war.

Da sich das Styropor in der Bilge vollständig mit Wasser vollgesogen hat,
wird es allerdings noch einige Zeit dauern,
bis alles wieder vollständig trocken ist.

In einem kleinen Fotobericht ist hier zu sehen,
welche Arbeiten ich durchgeführt habe,
um die Ursache des Wassereinbruchs zu finden
und zu beheben.